Dortmund wuchs nach dem Zweiten Weltkrieg rasant zur Industrie- und Messestadt heran – mit Wohngebieten auf ehemaligen Zechenflächen und Gewerbegebieten auf aufgefüllten Brachen. Der Baugrund hier ist ein Mosaik aus quartären Terrassenschottern der Ruhr, Lösslehmen über Mergelschichten und anthropogenen Auffüllungen aus Bergematerial. Für die Bemessung von Fundamenten setzen wir daher konsequent auf den SPT (Standard Penetration Test), der die Lagerungsdichte nichtbindiger Böden und die Konsistenz bindiger Schichten schichtgenau erfasst. Das Verfahren nach DIN 4094-1 liefert mit der Schlagzahl N den maßgeblichen Kennwert für die Tragfähigkeitsbewertung – gerade in Dortmund mit seinen wechselhaften Bodenprofilen ein unverzichtbares Instrument.

In Dortmunds Bergsenkungsgebieten liefert der SPT mit der Schlagzahl N die einzige verlässliche Prognose der Tragfähigkeit unter Auffüllungen.
Angewandte Methodik in Dortmund
Die Ergebnisse fließen direkt in die Gründungsberatung ein: Für nichtbindige Kiessande der Ruhrterrassen geben wir Tragfähigkeiten zwischen 300 und 500 kN/m² an; in bindigen Lösslehmen sind es konservative 120–200 kN/m². Ergänzend führen wir vor Ort den CBR-Versuch für Tragschichten im Straßenbau durch oder setzen die Druckfestigkeit an ungestörten Proben für feinkörnige Böden ein. Der SPT bleibt jedoch der primäre Indexversuch, weil er direkt am Bohrloch die vertikale Variation der Steifigkeit abbildet – ein Vorteil gegenüber Laborversuchen an punktuellen Proben.
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Typische technische Herausforderungen in Dortmund
In Dortmund beobachten wir oft, dass aufgefüllte Zechenhalden und ehemalige Kokereigelände tiefe, inhomogene Schichten bilden. Der SPT zeigt dort abrupte Abfälle der Schlagzahl – von N = 25 auf N = 6 innerhalb eines Meters – was auf lockere Bereiche oder Bergematerial hinweist. Werden diese Zonen nicht erkannt, drohen Setzungsdifferenzen von mehr als 5 cm unter einer Platte. Daher fordern wir bei Auffüllungen eine Sondierdichte von mindestens einer SPT-Bohrung je 150 m² Grundfläche, ergänzt durch Rammsondierungen zur Flächenerkundung. Der Grouting-Einsatz zur Nachverdichtung ist dann oft die wirtschaftlichste Lösung, bevor die Bodenplatte bewehrt wird.
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Wir bieten den SPT als eigenständige Erkundung oder im Paket mit ergänzenden Feldversuchen an, die auf Dortmunder Baugrundverhältnisse zugeschnitten sind.
SPT-Bohrungen mit Kerngewinnung
Durchführung von SPT nach DIN EN ISO 22476-3 an bis zu 25 m tiefen Bohrungen, inklusive gestörter Probennahme im Split-Spoon und Fotodokumentation der Schichtenfolge. Ausgabe der Schlagzahlen N und Korrelation zur Tragfähigkeit.
SPT in Kombination mit Drucksondierung (CPT)
Parallelansatz von SPT und Drucksondierung auf demselben Grundstück: Der SPT liefert Schlagzahlen und Probenmaterial, der CPT liefert den kontinuierlichen Spitzenwiderstand. Besonders geeignet für die heterogenen Auffüllungen in Dortmunds Industriebrachen.
Häufig gestellte Fragen
Welche Schlagzahlen N sind für Dortmunder Böden typisch?
In den quartären Ruhrterrassen (Kiessande) messen wir N10–N30, je nach Kompaktion. In Lösslehmen der Bördezone liegen die Werte bei N4–N8. Auffüllungen aus Bergematerial zeigen stark schwankende N-Werte von N5 bis N25 – eine genaue Profilaufnahme ist hier entscheidend.
Ab welcher Tiefe ist der SPT in Dortmund sinnvoll?
Der SPT beginnt in der Regel ab 1,5 m unter Geländeoberkante und wird bis zur tragfähigen Schicht fortgeführt – in Dortmund oft bis 8–15 m Tiefe, wo die Mergelsteinschichten anstehen. Bei Auffüllungen kann die Endtiefe auf 20 m ansteigen.
Was kostet ein SPT in Dortmund?
Der Richtpreis für eine SPT-Bohrung in Dortmund liegt zwischen 560 und 760 Euro pro Ansatzpunkt, abhängig von Bohrtiefe, Zugänglichkeit und Anzahl der Sondierungen. Bei größeren Projekten mit mehreren Bohrungen sind Staffelrabatte möglich.
Wie unterscheidet sich der SPT von der Rammsondierung (DPH)?
Der SPT erlaubt die gleichzeitige Entnahme einer gestörten Bodenprobe und liefert die Schlagzahl N für jede 15-cm-Stufe. Die DPH misst nur den Eindringwiderstand ohne Probenahme. In Dortmunds heterogenen Auffüllungen bevorzugen wir den SPT wegen der Probenqualität für die Klassifikation.