Ein Rohbau, der nach dem Innenausbau Risse in tragenden Wänden zeigt – das haben wir auf einer Baustelle im Dortmunder Norden erlebt. Die Ursache lag in unterschiedlich kompressiblen Schichten unter den Streifenfundamenten. In Dortmund treffen wir häufig auf eine Wechsellagerung aus Terrassenschottern, Auenlehmen und anthropogenen Auffüllungen, die in den ehemaligen Industriearealen der Route der Industriekultur abgelagert wurden. Eine Differenzialsetzungsanalyse erfasst genau diese vertikalen Verformungsunterschiede zwischen Bauteilen, bevor der Überbau geschlossen wird. Ergänzend dazu setzen wir vorab eine Setzungsmessung mit Plattendruckversuch ein, um die Steifigkeit einzelner Bodenschichten punktuell zu bestimmen.

In Dortmunds Baugrund mit Wechsellagerung aus Schottern und Auenlehmen entscheidet die räumliche Verteilung der Kompressionsbeiwerte über die Rissfreiheit des Bauwerks.
Angewandte Methodik in Dortmund
Typische technische Herausforderungen in Dortmund
Dortmund liegt im Übergangsbereich des Rheinischen Schiefergebirges zur Westfälischen Bucht. Etwa 35 % der Stadtfläche sind durch ehemaligen Bergbau oder Industriebrachen vorbelastet. Auf diesen Flächen treten häufig unkontrollierte Setzungen nach Grundwasseranstieg auf, die bei Neubauten zu Differenzialsetzungen von mehr als 3 cm führen können. Das überschreitet die Grenzwerte der DIN 1054 für rotationssteife Gründungen. Eine frühzeitige Differenzialsetzungsanalyse identifiziert diese Risiken, sodass wir mit einer bewehrten Bodenplatte oder einer Tiefgründung gegensteuern können, bevor der Stahlbeton gerissen ist.
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Unser Leistungsspektrum für die Differenzialsetzungsanalyse in Dortmund umfasst drei aufeinander abgestimmte Bausteine:
Baugrunderkundung mit Rammkernsondierungen
Wir führen bis zu 15 m tiefe Rammkernsondierungen durch und entnehmen ungestörte Proben für die Ödometer- und Triaxialversuche im Labor.
Numerische Setzungsprognose (FEM)
Mit der Finite-Elemente-Methode modellieren wir die räumliche Setzungsmulde unter Berücksichtigung der Schichtgrenzen, die aus den Sondierungen bekannt sind.
Gründungsempfehlung mit Toleranzangaben
Wir geben konkrete Werte für die maximal zulässige Differenzialsetzung je Gebäudeabschnitt und empfehlen bei Überschreitung eine lastverteilende Maßnahme.
Häufig gestellte Fragen
Was kostet eine Differenzialsetzungsanalyse in Dortmund?
Der Aufwand liegt je nach Anzahl der Sondierpunkte und Komplexität der Schichtung zwischen 750 und 1.650 Euro. Bei größeren Projekten mit FEM-Berechnung und mehr als 10 Sondierungen kann der Preis auf bis zu 2.400 Euro steigen.
Wie unterscheidet sich die Differenzialsetzungsanalyse von einer normalen Setzungsberechnung?
Die normale Setzungsberechnung liefert einen mittleren Setzungswert für das gesamte Bauwerk. Die Differenzialsetzungsanalyse erfasst dagegen die relativen Verschiebungen zwischen benachbarten Fundamenten und berücksichtigt die räumliche Variabilität der Bodenschichten – das ist entscheidend für die Rissfreiheit des Tragwerks.
In welchen Dortmunder Stadtteilen treten besonders hohe Setzungsdifferenzen auf?
In den ehemaligen Industriegebieten wie Hörde, Dorstfeld und dem Hafenviertel sind die anthropogenen Auffüllungen oft bis zu 8 m mächtig und stark inhomogen. Auch in der nördlichen Innenstadt mit ihren alten Zechengeländen beobachten wir regelmäßig Setzungsdifferenzen von 2 bis 4 cm innerhalb eines Gebäudes.
Welche Normen sind für die Differenzialsetzungsanalyse in Deutschland verbindlich?
Die DIN 1054 und der Eurocode 7 geben die Grenzwerte für absolute und differentielle Setzungen vor. Für die Laborversuche zur Bestimmung der Kompressionsbeiwerte ist die DIN 18135 (Ödometer) maßgebend. Die numerische Modellierung folgt den Empfehlungen des Arbeitskreises „Berechnungsverfahren“ in der Baugrundtagung.